Wertorientiertes Steuerungssystem

Umsatz, Operating EBITDA und Bertelsmann Value Added (BVA) sind Steuerungskennzahlen im engeren Sinne, die der unmittelbaren Beurteilung der Geschäftsentwicklung dienen und dementsprechend Grundlage der Prognoseberichterstattung sind. Als Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne dienen die EBITDA-Marge als ergänzendes Kriterium zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung sowie die Cash Conversion Rate als Maßstab für die operative Finanzmittelfreisetzung. Die Steuerungskennzahlen werden teilweise aus sogenannten Alternativen Leistungskennzahlen ermittelt, die nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) definiert sind. Diese sollten nicht isoliert, sondern als vervollständigende Information zur Beurteilung der Geschäftslage von Bertelsmann betrachtet werden. Hinsichtlich detaillierter Erläuterungen hierzu wird auf den Abschnitt „Alternative Leistungskennzahlen“ im zusammengefassten Lagebericht 2017 verwiesen.

Der Umsatz als Wachstumsindikator der Geschäfte erhöhte sich im ersten Halbjahr 2018 um 1,3 Prozent auf 8.237 Mio. € (H1 2017: 8.134 Mio. €). Das organische Wachstum verbesserte sich auf 2,4 Prozent. Das Operating EBITDA ist als das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen festgelegt und um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigung um Sondereinflüsse dient der Ermittlung eines nachhaltigen, unter normalen wirtschaftlichen Gegebenheiten wiederholbaren operativen Ergebnisses, das nicht durch Sondersachverhalte oder strukturelle Verwerfungen beeinflusst wird. Zu den Sondereinflüssen zählen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, Restrukturierungsaufwendungen und/oder das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen. Hiermit eignet sich das Operating EBITDA als aussagekräftige Steuerungsgröße. Im Berichtszeitraum belief sich das Operating EBITDA auf 1.071 Mio. € (H1 2017: 1.099 Mio. €).

Der BVA ist die Steuerungskennzahl zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität des investierten Kapitals. Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Diese Form der Wertorientierung findet sowohl in der strategischen Investitions- und Portfolioplanung als auch in der operativen Geschäftssteuerung ihren Ausdruck und bildet zusammen mit qualitativen Kriterien die Grundlage für die Bemessung des variablen Anteils der Managementvergütung. Der BVA berechnet sich aus der Differenz von Net Operating Profit After Tax (NOPAT) und Kapitalkosten. Ausgangsbasis zur Berechnung des NOPAT ist das Operating EBITDA. Nach Abzug von nicht in den Sondereinflüssen enthaltenen Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 310 Mio. € (H1 2017: 309 Mio. €) ergibt sich das Operating EBIT. Um den für die BVA-Berechnung zugrunde gelegten NOPAT von 510 Mio. € (H1 2017: 529 Mio. €) zu ermitteln, wurde ein pauschalisierter Steuersatz von 33 Prozent berücksichtigt. Die Kapitalkosten entsprechen dem Produkt aus durchschnittlich anteilig investiertem Kapital und Kapitalkostensatz. Das durchschnittlich anteilig investierte Kapital belief sich auf 15.000 Mio. € zum 30. Juni 2018 (H1 2017: 15.025 Mio. €). Der Kapitalkostensatz beträgt einheitlich 8 Prozent nach Steuern, womit sich Kapitalkosten für den halbjährigen Berichtszeitraum in Höhe von 600 Mio. € ergeben (H1 2017: 601 Mio. €). Das durchschnittlich investierte Kapital ergibt sich quartalsweise aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird der Barwert der Operating Leases bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Ab dem Geschäftsjahr 2018 erfolgt die Ermittlung des BVA ohne Berücksichtigung des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments, der Vorjahreszeitraum wurde dementsprechend angepasst. Im ersten Halbjahr 2018 sank der BVA auf -63 Mio. € (H1 2017: -51 Mio. €).

Das finanzielle Steuerungssystem von Bertelsmann ist definiert durch die internen Finanzierungsziele, die im Abschnitt „Finanz- und Vermögenslage“ dargestellt werden. Diese Grundsätze zur Finanzierung werden bei der Steuerung des Konzerns verfolgt und fallen unter das wertorientierte Steuerungssystem im weiteren Sinne. Die ermittelten Finanzierungs- und Verschuldungskennzahlen zählen ebenfalls zu den Alternativen Leistungskennzahlen.