Finanz- und Vermögenslage

Finanzierungsgrundsätze

Das übergeordnete finanzpolitische Ziel von Bertelsmann ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses von Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum. Dazu richtet der Konzern seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe „Baa1/ BBB+“ und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Kriterien aus. Rating und Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt leisten einen bedeutenden Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit des Unternehmens.

Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert. Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert.

Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die sich an der wirtschaftlichen Verschuldung und mit abgeschwächter Bedeutung an der Kapitalstruktur orientieren. Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der sich aus dem Verhältnis der wirtschaftlichen Schulden zum Operating EBITDA über einen 12-Monats-Zeitraum ergibt und den definierten Wert von 2,5 nicht dauerhaft überschreiten sollte. Das Operating EBITDA (12 Monate) betrug per 30. Juni 2018 2.502 Mio. €. Die wirtschaftlichen Schulden sind definiert als Nettofinanzschulden abzüglich 50 Prozent des Nominalkapitals der Hybridanleihen in Höhe von 625 Mio. € (31. Dezember 2017: 625 Mio. €), zuzüglich Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.683 Mio. € (31. Dezember 2017: 1.685 Mio. €), Genusskapital in Höhe von 413 Mio. € (31. Dezember 2017: 413 Mio. €) und Barwert der Operating Leases in Höhe von 1.224 Mio. € (31. Dezember 2017: 1.261 Mio. €). Die wirtschaftlichen Schulden lagen per 30. Juni 2018 bei 6.794 Mio. € (31. Dezember 2017: 6.213 Mio. €). Bei der Ermittlung des Verschuldungsgrads werden die wirtschaftlichen Schulden und das 12-Monats-Operating-EBITDA modifiziert, um eine der Struktur des Konzerns und seiner verkraftbaren Verschuldung entsprechende finanzielle Steuerung zu ermöglichen. Die wirtschaftlichen Schulden wurden daher rechnerisch um 112 Mio. € (31. Dezember 2017: 125 Mio. €) erhöht, das Operating EBITDA um -45 Mio. € (31. Dezember 2017: -99 Mio. €) vermindert. Zum 30. Juni 2018 ergibt sich somit ein Leverage Factor von 2,8 (31. Dezember 2017: 2,5).

Die Nettofinanzschulden erhöhten sich saisonal bedingt auf 4.099 Mio. € nach 3.479 Mio. € zum 31. Dezember 2017. Die Erhöhung ist unter anderem auf Dividendenzahlungen an Aktionäre und nicht beherrschende Anteilseigner zurückzuführen, die überwiegend im ersten Halbjahr erfolgen.

Finanzierungsaktivitäten

Im Berichtszeitraum wurde ein im Juni 2018 fälliges Schuldscheindarlehen über 200 Mio. € zurückgezahlt. Im Juli 2018 hat Bertelsmann im Rahmen einer Privatplatzierung eine Floating Rate Note mit einer bis zu zweijährigen Laufzeit und einem Volumen von 200 Mio. € begeben.

Rating

Bertelsmann wird von Moody’s mit „Baa1“ (Ausblick: stabil) und von S&P mit „BBB+“ (Ausblick: stabil) bewertet. Beide Credit Ratings liegen im Investment-Grade-Bereich und entsprechen dem Zielrating von Bertelsmann. Die Einschätzung zur kurzfristigen Kreditqualität von Bertelsmann wird von Moody’s mit „P-2“ und von S&P mit „A-2“ beurteilt.

Kapitalflussrechnung

Im Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 309 Mio. € generiert (H1 2017: 390 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf -354 Mio. € nach -563 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei -459 Mio. € (H1 2017: 128 Mio. €). Die Abweichung resultiert vorwiegend aus der im Vorjahreszeitraum erfolgten Emission von Anleihen. Die liquiden Mittel reduzierten sich auf 947 Mio. € zum 30. Juni 2018 (31. Dezember 2017: 1.440 Mio. €).

Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

in Mio. €1. Halbjahr 20181. Halbjahr 2017
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit309390
Cashflow aus Investitionstätigkeit-354-563
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit-459128
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel-504-45
Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen der liquiden Mittel9-21
Liquide Mittel am 1.1.1.4421.376
Liquide Mittel am 30.6.9471.310
Abzüglich liquider Mittel der Veräußerungsgruppen-5
Liquide Mittel am 30.6. (laut Konzernbilanz)9471.305

Investitionen

Im ersten Halbjahr 2018 beliefen sich die Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung auf 476 Mio. € (H1 2017: 636 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrugen 145 Mio. € (H1 2017: 159 Mio. €) und entfielen insbesondere auf BMG für den Erwerb von Musikkatalogen sowie auf die RTL Group für Investitionen in Filmrechte. Von den Sachanlageinvestitionen in Höhe von 143 Mio. € (H1 2017: 210 Mio. €) entfiel wie im Vorjahreszeitraum ein Großteil auf Arvato. Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 120 Mio. € (H1 2017: 112 Mio. €) aufgewandt. Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) lagen im Berichtszeitraum bei 68 Mio. € (H1 2017: 155 Mio. €).

Bilanz

Zum 30. Juni 2018 betrug die Bilanzsumme 23,6 Mrd. € (31. Dezember 2017: 23,7 Mrd. €). Die Pensionsrückstellungen lagen nahezu unverändert bei 1,7 Mrd. € (31. Dezember 2017: 1,7 Mrd. €). Das Eigenkapital betrug 9,3 Mrd. € nach 9,1 Mrd. € zum 31. Dezember 2017. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 39,6 Prozent (31. Dezember 2017: 38,5 Prozent). Die liquiden Mittel reduzierten sich zum 30. Juni 2018 auf 947 Mio. € nach 1.440 Mio. € zum 31. Dezember 2017.

Mitarbeiter

Zum 30. Juni 2018 beschäftigte Bertelsmann weltweit 120.807 Mitarbeiter.